Verwaltungsdurchklick

Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Sie möchten einem Geflüchteten die Möglichkeit eines Praktikums, einer Ausbildung oder einer Beschäftigung bieten? Diese Unternehmenslage bietet erste grundlegende Informationen zu den Bestimmungen und Voraussetzungen für die Beschäftigung eines Geflüchteten. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht um eine verbindliche Rechtsauskunft handelt. Diese können Ihnen nur die für Ihr Anliegen zuständigen Behörden erteilen. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir keine Gewähr. Aufgrund sich immer wieder ändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen ist jedem Betrieb, der geflüchtete Menschen für eine Berufsausbildung oder für ein Praktikum einstellen möchte, daher dringend zu raten, sich bei der regional zuständigen Bundesagentur für Arbeit oder den zuständigen Stellen für die Berusausbildung zu erkundigen, ob im Einzelfall besondere Voraussetzungen vorliegen müssen.

Die Möglichkeit, einer geflüchteten Person den Zugang zu einem Praktikum, einer Ausbildung oder einer Beschäftigung zu ermöglichen, hängt in erster Linie davon ab, welchen Aufenthaltsstatus Ihr potenzieller neuer Praktikant / Auszubildender / Mitarbeiter hat. Daher sollten Sie sich die Aufenthaltsdokumente des Geflüchteten dringend vorzeigen lassen und prüfen, was in den Nebenbestimmungen steht. Dort ist angegeben, ob und in welchem Umfang eine Beschäftigung genehmigt ist.

Gelangt ein Flüchtling nach Deutschland, muss er zuerst in eine Aufnahmeeinrichtung um dort als Asylsuchender registriert zu werden. In dieser Zeit darf er keiner Beschäftigung nachgehen. Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis (=Personen, die Asyl beantragt und einen positiven Bescheid erhalten haben) haben einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.

In der Unternehmenslage „Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten“ erhalten Sie unter anderem Antworten auf folgende Fragen:

Hinweis: Benötigen Sie eine Einschätzung über die im Ausland erworbene Berufsqualifikation Ihrer Bewerber oder suchen Sie weitere Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse? Informationen hierzu finden Sie unter www.bq-portal.de sowie www.anerkennung-in-deutschland.de

    Hier haben Sie die Möglichkeit, sich über folgende Themen zu informieren:

  • Personen mit Aufenthaltserlaubnis (anerkannte Flüchtlinge)

    Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis (=Personen, die Asyl beantragt und einen positiven Bescheid erhalten haben) haben einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.

  • Personen mit einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung

    Sowohl Personen mit einer Aufenthaltsgestattung (=Asylbewerber, die sich noch im Asylverfahren befinden und über deren Antrag noch nicht entschieden ist) als auch Personen mit einer Duldung (=Personen, die sich nicht mehr im Asylverfahren befinden und die einen negativen Bescheid erhalten haben, bei denen die Abschiebung aber ausgesetzt ist) dürfen grundsätzlich nur dann einer Beschäftigung nachgehen, wenn seitens der Ausländerbehörde eine Genehmigung hierzu vorliegt und dies in den Aufenthaltsdokumenten vermerkt ist.

    Zudem gilt, dass eine Person mit einer Aufenthaltsgestattung erst nach 3 Monaten ab dem Zeitpunkt, in dem sie ihr Asylgesuch gegenüber einer Grenzbehörde, der Polizei oder der Ausländerbehörde äußert, eine Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung erhalten kann. Bei Personen mit einer Duldung kann der vorangegangene Aufenthalt auf die Wartefrist bei Erteilung der Duldung angerechnet werden. Jede Aufenthaltserlaubnis, Duldung und Aufenthaltsgestattung enthält Nebenbestimmungen, die festlegen, ob dem Geflüchteten eine Beschäftigung gestattet ist, ob eine Beschäftigungserlaubnis beantragt werden kann oder ein Beschäftigungsverbot gilt.

    Die Erlaubnis zur Beschäftigung muss vor Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses von der jeweiligen Person mit Aufenthaltsgestattung bzw. der geduldeten Person bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden. In der Regel, abgesehen im Falle einer Berufsausbildung, bedarf die Beschäftigung zusätzlich der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, die von der Ausländerbehörde in einem internen Verfahren eingeholt wird.

  • Sichere Herkunftsstaaten

    Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten, die nach dem 31.08.2015 einen Asylantrag gestellt haben, müssen während des Asylverfahrens in einer Aufnahmeeinrichtung wohnen – für sie gilt ebenfalls ein generelles Beschäftigungsverbot. Personen mit einer Duldung die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, aus einem sicheren Herkunftsstaat kommen oder sogenannte aufenthaltsbeendende Maßnahmen verhindern, dürfen auch keiner Beschäftigung nachgehen. Sichere Herkunftsstaaten sind alle Staaten der EU, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien.

    Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) legt jährlich die Herkunftsländer fest, die eine Schutzquote von über 50% erhalten und damit unsichere Herkunftsländer sind. Dies bedeutet, dass Menschen aus diesen Herkunftsländern eine gute Bleibeperspektive in Deutschland haben und arbeiten dürfen. Hierzu hat das BAMF ein „FAQ: Integrationskurse für Asylbewerber“ erstellt, in dem unter „Was heißt gute Bleibeperspektive?“ die derzeitigen Länder mit einer Schutzquote von über 50% aufgeführt sind.