Verwaltungsdurchklick

Genehmigung eines Bauvorhabens

Nach der Genehmigung des Bauvorhabens ist es üblich, bestimmte Aufgaben einem Architekten, Bauingenieur oder Statiker zu übertragen (Planung des Bauvorhabens). In der Regel ist es die Aufgabe des Architekten beziehungsweise Ingenieurs, Sie als Bauherrn bei der Umsetzung des Bauvorhabens zu beraten.

Ihr geplantes Gebäude ist genehmigungspflichtig, wenn es von der Landesbehörde nicht ausdrücklich als verfahrensfrei bestimmt worden ist. Daher ist zunächst ein Antrag an die Baubehörde zu stellen, die die Baumaßnahme genehmigen muss. Auch wenn Sie Veränderungen an einem Gebäude vornehmen möchten, ist möglicherweise eine Genehmigung notwendig.

Hinweis: Falls Sie einen Architekten oder Ingenieur beauftragen wollen, finden Sie Adressen bei den Architektenkammern der Länder (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz), bei den Ingenieurkammern der Länder (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz) sowie im Branchenverzeichnis des Telefonbuchs für jene Ingenieure, die nicht Mitglieder einer Kammer sind.

Im Baugenehmigungsverfahren werden die Nachbarn von der Bauaufsicht benachrichtigt, wenn das Bauvorhaben von sogenannten „nachbarschützenden Vorschriften“ abweicht. Dies ist der Fall, wenn zum Beispiel die Abstandsregeln zu den Nachbargrundstücken nicht eingehalten werden (können). Zu empfehlen ist es, eine schriftliche Zusage zum Bau oder Umbau von den Nachbarn vor Beginn der Maßnahmen einzuholen.

    Sie haben hier die Möglichkeit, sich über folgende Themen zu informieren:

  • Genehmigungspflichtige Bauvorhaben

    Das neu eingeführte vereinfachte Baugenehmigungsverfahren soll dazu beitragen das Baugenehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Der Prüfungsumfang der Baurechtsbehörde ist im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren gegenüber dem umfassenden Baugenehmigungsverfahren deutlich reduziert.

    Ob ein Bauvorhaben genehmigungspflichtig ist, entnehmen Sie bitte der Leistungsbeschreibung. Eine Bauvoranfrage kann ebenfalls darüber Aufschluss geben.

     

    Hinweis: Grundsätzlich trägt der Bauherr die Verantwortung dafür, dass alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten werden, auch diejenigen, die die Baubehörde nicht prüft. Bei einem Verstoß kann die Baurechtsbehörde die Erteilung der Baugenehmigung ablehnen, den Bau stoppen oder bereits Gebautes wieder abreißen lassen.

  • Verfahrensfreie Bauvorhaben

    Man braucht immer eine Baugenehmigung, außer die Landesbauordnung bestimmt das Vorhaben als verfahrensfrei oder man hat das Kenntnisgabeverfahren gewählt. Im Zweifel sollte man einen Antrag auf Erteilung eines Bauvorbescheids stellen.

     

    Falls Sie ein Gartenhaus, ein Gewächshaus oder eine Terrassenüberdachung bauen wollen, ist in der Regel kein Genehmigungsverfahren erforderlich.

    Eine Auflistung der verfahrensfreien Bauvorhaben finden Sie in den Landesbauordnungen der Länder (Anhang zu § 50 der LBO für Baden-Württemberg, in der HBO § 55 und 56 für Hessen  und in der LBauO § 62 für Rheinland-Pfalz).

     

    Folgende Bauvorhaben sind beispielsweise verfahrensfrei:

    • Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten, wenn die Gebäude weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen, im Innenbereich bis 40, im Außenbereich bis 20 Kubikmeter Bruttorauminhalt
    • Vorbauten ohne Aufenthaltsräume im Innenbereich bis 40 Kubikmeter Bruttorauminhalt
    • Terrassenüberdachungen im Innenbereich bis 30 Quadratmeter Grundfläche
    • Außenwandverkleidungen, ausgenommen bei Hochhäusern, Verblendungen und Verputz baulicher Anlagen
    • gebäudeunabhängig nur bis 3 m Höhe und einer Gesamtlänge bis 9 m
    • Öffnungen in Außenwänden und Dächern von Wohngebäuden und Wohnungen (z.B. Fenster).

     

    Hinweis: Bei verfahrensfreien Bauvorhaben entscheiden die Gemeinden unter anderem über Abweichungen von örtlichen Bauvorschriften, weshalb im Zweifel die Gemeinde oder die zuständige Baurechtsbehörde rechtzeitig angefragt werden sollte, welche Vorgaben vor Ort gemacht werden.

  • Bauabfälle

    Abfallverantwortlicher ist grundsätzlich der Bauherr. Insbesondere bei anfallendem Sondermüll sollten Sie sich rechtzeitig über eine sachgemäße Entsorgung informieren. Bei gefährlichen Stoffen ist ein Abriss eventuell sogar verboten oder mit Auflagen versehen. Auch bei der Lagerung von Bauabfällen ist darauf zu achten, dass nicht „alles überall und auf unbestimmte Zeit“ lagern darf.

  • Funde beim Bau

    Zu beachten ist die Anzeigepflicht des Finders. Wird eine scheinbar verlorene Sache auf einem Grundstück gefunden, sollte dies der zuständigen Behörde angezeigt werden oder falls der Eigentümer bekannt ist, es diesem direkt mitgeteilt werden. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

Übersicht der angebotenen Leistungen

Nachdem Sie Ihren Wohnort ausgewählt haben, können Sie hier weitere Informationen zu den beschriebenen Verfahren nachlesen. Sollte das gesuchte Verfahren nicht enthalten sein, so ist dies für Ihr Bundesland noch nicht hinterlegt.

Bitte geben Sie einen Ort an, damit die entsprechenden Verwaltungsleistungen angezeigt werden können.